Matthias Walti | Digital werben, digital verkaufen

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Webdesign

Gutes Webdesign ist, wenn man sich an die Inhalte erinnert. Als erfahrener Webdesigner schätze ich die Reduktion auf das Wesentliche, gute Lesbarkeit, klare Botschaften und aktuelle Erkenntnisse aus der Benutzerforschung. «Cooles» Webdesign gibt es anderswo besser.

Die grossen Innovationen im Webdesign sind vermutlich vorbei vorbei. Während langer Zeit wurde Bewährtes hinterfragt, neu entwickelt und überarbeitet. Webdesign ist zunehmend eine «Commodity», also eine alltägliche Dienstleistung, wo die Funktionstüchtigkeit vorausgesetzt wird.

«Webdesign ist 95% Typografie»

Der Blogbeitrag von Oliver Reichenstein sorgte 2006 für grosses Aufsehen. Aber seine Aussagen sind unverändert gültig. Denn je kleiner das Display, desto wichtiger ist die Arbeit mit der Schrift. Und desto aktueller sind die Regeln guter Typografie, die teils vor vielen Jahrzehnten aufgestellt wurden. «Gute Typografie erklärt den Inhalt. Nicht den Gestalter». Der Weisheit des Altmeisters Kurt Weidemann ist auch heute nichts beizufügen.

Modernes Webdesign ist modular. Und erfindet nicht alles neu.

Im Gegensatz zu den rein visuellen Aspekten geht die Entwicklung im technischen Bereich aber nach wie vor rasant vorwärts. Sie macht Webdesign insgesamt besser und gleichzeitig günstiger. Dabei geht es weniger um Standard-Templates für Websites. Diese sehen zwar oft gut aus, aber nur schon kleine Anpassungen sind aufwändig. Viel flexibler sind Design-Bibliotheken, mit deren Bausteinen sich immer schneller immer bessere Resultate erzeugen lassen. Ich selber nutze inzwischen praktisch ausschliesslich die Bibliothek von UIKit.

Zuerst die Inhalte. Dann die Gestaltung.

Das Arbeit mit Webdesign-Bibliotheken verändert auch die Vorgehensweise beim Erstellen von Websites. Denn einerseits ist klassische Bild- oder Layoutsoftware denkbar ungeeignet, um digitale Anwendungen zu designen. Zu vielfältig sind die Nutzerszenarien und vor allem die verschiedenen Ausgabegeräte. Millimetergenaues Arbeiten ist zu aufwändig, der Kundennutzen zu gering.

Anstelle von Photoshop & Co. treten sogenannte Moodboards, wie sie in der klassischen Werbung längst gang und gäbe sind. Farbwelten, Typografie und interaktive Elemente werden quasi digital skizziert und vom Programmierer in entsprechende Parameter übertragen.

Dieses Vorgehen macht den Designprozess nicht nur unabhängig von der verwendeten Technologie. Es verhindert auch, dass die Vorlagen des Grafikers  zuerst einmal auf ihre einfache technische Umsetzbarkeit geprüft und angepasst werden müssen.

Und es bietet vor allem Gewähr für hochwertiges und gleichzeitig kostengünstiges Webdesign.